Für wen ist Kieferorthopädie geeignet?

Dank moderner Techniken und Materialien gibt es heutzutage nahezu keine Altersbegrenzungen mehr für eine kieferorthopädische Behandlung.

Eine individuell abgestimmte Behandlung ist so von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter möglich.

Behandlungsbeginn

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit einer Behandlung zu beginnen? Für den Beginn einer regulären Behandlung ist der ideale Zeitpunkt das Alter zwischen 9 und 12 Jahren.

Ein Ersttermin mit ca. 6 Jahren ist optimal, um eventuell bestehende schwerwiegende Gebissfehlstellungen oder Abweichungen erkennen zu können und ggf. die Entwicklung in die richtigen Bahnen lenken zu können.

Bei kombinierten kieferorthopädischen/kieferchirurgischen Behandlungen ist der ideale Zeitpunkt mit dem Wachstumsende erreicht.

CMD-Screening vor Therapiebeginn

Ein kurzes CMD-Screening nach Prof. Bumann wird bei jeder Anfangsdiagnose durchgeführt, um latent bestehende Schädigungen des Kiefergelenkapparats bereits vor der Therapie zu erkennen. Falls notwendig und gewünscht, werden weiterführende Schritte unternommen.

Behandlungsablauf

Der erste Termin dient zunächst der Feststellung, ob eine Behandlungsnotwendigkeit besteht.

Am darauf folgenden Besprechungstermin wird – nach eingehender Diagnostik – ein individueller Behandlungsplan besprochen. Dabei werden die verschiedenen Behandlungsgeräte und -materialien ausführlich erklärt. Bei Bedarf wird eine interdisziplinäre Absprache mit dem Hauszahnarzt und anderen Fachdisziplinen wie Hals-Nasen-Ohrenarzt, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg oder einem Physiotherapeuten eingeleitet. Erst danach erfolgt der Beginn der eigentlichen Behandlung.

Während der Behandlung werden immer wieder Zwischendiagnosen erstellt. Gemeinsam mit dem Patienten bzw. zusammen mit den Eltern wird das weitere Vorgehen besprochen. Nach dem Ende der aktiven Behandlungsphase erfolgt die sog. Retention, das Sichern und Erhalten des Ergebnisses.

Müssen bleibende Zähne gezogen werden?

Dank moderner Materialien und Behandlungstechniken kann in den meisten Fällen darauf verzichtet werden, bleibende Zähne zu ziehen.

Eine genaue Diagnostik und der rechtzeitige Behandlungsbeginn erfordern nur noch in schwerwiegenden Fällen, dass Zähne gezogen werden müssen.

Selbstverständlich erfolgt eine vorherige Aufklärung in einem Beratungsgespräch.

Stabilisierungsphase nach der Behandlung

Nach dem Ende der aktiven Behandlung wird die Spange entfernt. Die Zähne stehen aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wieder fest im Knochen. Daher ist es jetzt wichtig, das Ergebnis zu stabilisieren.

Auch nach Abschluss der kompletten Behandlung sind im Mund – wie im ganzen Körper – ständig Umbauprozesse in Gang. Aufgrund der natürlichen Eigenbeweglichkeit der Zähne und der Anpassung der Zahnstellung an diese Umbauprozesse kann es wieder zu Engständen kommen.

Die größtmöglichen Chancen auf Erhalt des Behandlungsergebnisses bestehen, wenn man sich für festsitzende, nahezu unsichtbare Retainer entscheidet.